19.05.2021

BMEsaar roundtable: Aktuelle Risiken in den globalen Lieferketten

Risikomanagement in der Supply Chain ist seit einigen Jahren ein wichtiges Thema in Einkauf und Logistik. Unternehmen, die sich rechtzeitig abgesichert haben, profitieren davon. Nicht erst seit der Havarie der Ever Given im Suezkanal sind die Rohstoffmärkte außer Kontrolle. Ob Holz, Kunststoffe oder Halbleiter, die Märkte sind derzeit von Angebotsknappheit geprägt. Gleiches gilt derzeit für die globalen Lieferketten. Das Angebot ist knapp, die Preise schießen nach oben.

Der BME hat aus diesem Grunde zu seinem nunmehr dritten virtuellen roundtable eingeladen, um die Lage unter Einkaufsexperten zu diskutieren. Als Fachmann und Insider stand Steffen Müller, Vice President Sales Central Air/Sea bei DB Schenker, den ca. 20 Teilnehmern zur Verfügung. Laut Herrn Müller nahm die gegenwärtige Krise Anfang 2020 ihren Anfang, bedingt durch Corona und die Umrüstung der Schiffsantriebe von Schweröl auf schwefelarme Antriebe. Damit begann eine Überbuchung der Frachtkapazitäten auf See, die sich sukzessive auch auf Verschiebungen bei Bahn- und LKW-Transporten bemerkbar machten. Aktuell liegen die Frachtraten teilweise unglaubliche 400% verglichen zu Vor-Corona-Zeiten und der Buchungsvorlauf beträgt 5 bis 6 Wochen. Das heißt: Wer sich jahrelang auf dem Spotmarkt zu Billigpreisen eindeckte, dürfte nun vor großen Herausforderungen stehen. Langfristige Kontrakte und Verbindungen zahlen sich indessen aus, wenn auch diese die bis zu 14-tägigen Verspätungen durch den Stau im Suezkanal nicht egalisieren können. Auch sind leere Container derzeit kaum zu bekommen, da sich momentan hohe Bestände im Umlauf befinden.

Steffen Müller empfiehlt seinen Kunden, die Bedarfsvorschauen rechtzeitig mit dem Logistikpartner zu besprechen und das Portfolio möglichst langfristig einzudecken, um vor unliebsamen Überraschungen sicher zu sein. Im momentanen Verkäufermarkt liegt die Priorität auf der Sicherung von Transportraum statt auf der Erlangung des niedrigsten Preises. Eine Entspannung der Situation ist frühestens für das Ende des dritten Quartals absehbar.

Auch der dritte Corona-roundtable war ein voller Erfolg. „An den Teilnehmerzahlen können wir erkennen, dass der offene Austausch des roundtables genau das ist, was unsere Mitglieder suchen“, so Andreas Gehring, Vorstandsvorsitzender des BMEsaar. „Und wir sehen an den Teilnehmern, dass wir durch das virtuelle Format mehr und mehr BME-Mitglieder außerhalb des Saarlandes ansprechen, was die Diskussion zusätzlich belebt.“

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