BME-Region Saar


14.05.2018

Rückblick zur Besichtigung Flughafen Saarbrücken / "Herausforderungen in Einkauf und Logistik"

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BME Saar: Besichtigung des Flughafen Saarbrücken

„Herausforderungen in Einkauf und Logistik eine Flughafens“ lautete das Motto des BME Saar zur Besichtigung des Flughafens Saarbrücken, einem Regionalflughafen in der Nähe der saarländischen Landeshauptstadt mit zuletzt etwa 410.000 Passagieren (2017) jährlich. Empfangen wurden die ca. 20 Teilnehmer nach einem Grußwort des Vorstandsvorsitzenden des BME Saar, Andreas Gehring, von CEO Thomas Schuck, der eindrucksvoll die Chancen und Risiken eines Regionalflughafens im 21. Jahrhundert darstellte. Safety First lautet das Motto der Flugindustrie und eine 100%ige Sicherheitsquote bestimmt demnach die Ausstattung eines Flughafens. Nichts wird dem Zufall überlassen, so sind sogar die Windsäcke nachts beleuchtet und das Follow-Me Fahrzeug wurde für einen deutlich vierstelligen Betrag von gelben auf gesetzeskonforme rote Blinklichter umgerüstet. Selbst Equipment, das auf den ersten Blick nach verhältnismäßig günstigem Maschinenbau aussieht, wie z.B. Koffertransportfahrzeuge oder Gangways, wird durch hohe Sicherheitsstandards und notwendige Zertifizierungen schnell zum teuren Gut. Die aus Einkäufersicht größte Herausforderung ist jedoch die geringe Auswahlt an entsprechend qualifizierten und zugelassenen Lieferanten. So trifft man bei fast allen Investitionen, selbst wenn es sich um nur in Ausnahmefällen benötigtes Equipment wie Feuerwehrfahrzeuge, Schneeräum- oder Flugzeugenteisungsfahrzeuge handelt, auf einen Verkäufermarkt. Damit sind die Stellschrauben auf der Kostenseite begrenzt.

Generell leidet die Luftfahrtindustrie unter den hohen Lohnkosten und unter den letzten Tarifabschlüssen. Dem begegnet man bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) durch die Inbetriebnahme eines Remote Towers am Flughafen Saarbrücken. Ab Oktober wird die Überwachung des Flugverkehrs nicht mehr aus Saarbrücken sondern aus Leipzig gesteuert. Modernste Digital- und Kamerasysteme ermöglichen eine „völlig neue Dimension des Sehens“, so Schuck. Jedoch wird auch die moderne Technik nicht verhindern könne, dass bei dichtem Nebel, wie 2017 mehrfach geschehen, Flüge gecancelt bzw. nach Luxemburg oder Karlsruhe umgeleitet werden müssen.

Auf der Einnahmeseite trifft man dagegen auf einen extrem volatilen Markt. Langfristig stabilen Ziele wie Berlin, Mallorca oder die Kanaren stehen ehemals populäre, jetzt unsichere Angebote wie Antalya entgegen. Schuck setzt diesbezüglich auf ein baldiges Revival nordafrikanischer Länder, vor allem Ägyptens. Auch wenn Saarbrücken mit einer Kapazität von 700.000 Passagieren noch Luft nach oben hätte, seien Billigairlines aus Kostengründen für Regionalflughäfen dagegen keine Alternative. Mit einem Blick auf den Flughafen Hahn sieht Schuck generell die Tendenz der Billigairlines weg von den Regionalflughäfen hin zu Großflughäfen wie Frankfurt, die einen Großteil ihrer Einnahmen durch Parkgebühren und die Vermietung von Ladenlokalen erwirtschaften. Auch die unerwartete Insolvenz von Air Berlin war wenig hilfreich und trug zu dem 6%igen Rückgang der Passagierzahlen von 2016 auf 2017 bei. Dass, wie immer wieder behauptet wird, die mit 1.990 m relativ kurze Landebahn (Karlsruhe 3.000 m, Hahn 3.500 m, Luxemburg 4.000 m) das Passagieraufkommen begrenze, sei übrigens ein Mythos: das größere Problem als ein Flugzeug in die Luft zu bringen sei immer noch 180 Passagiere dafür zu finden.



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